Gegen Inflation und Niedrigzinsen

Geldwertstabilität  ist ein hohes Gut in unserer Volkswirtschaft. Das können insbesondere  ältere  Generationen bezeugen, die noch Banknoten über 100 Milliarden Deutsche Reichsmark  in den Händen hielten. Aber auch wer sich zurückerinnert, was eine Kugel Eis, eine Autowäsche o.ä. vor 10, 15 Jahren gekostet haben, weiß die Wirkung der Inflation einzuschätzen.

Vor dem Hintergrund solcher Erfahrungen müssen die Ereignisse  der  letzten Jahre Sparern durchaus Angst machen. Die Kapitalspritzen zur Stabilisierung des Bankensektors, die anschließend aufgelegten Staatsprogramme  zur Wiederbelebung der Konjunktur und die immer neuen Versuche zur Rettung Griechenlands vor einer Staatspleite sowie die Installation  eines  europäischen  Schutzschirms zur Rettung verschiedener Südländer und letztlich des Euros – all diese Rettungsmaßnahmen gehen einher mit einer nie da gewesenen Verschuldung zahlreicher Staaten und einer noch nie da gewesenen Geldschwemme.



Aufgrund dieser Gesamtkonstellation befürchten mittlerweile selbst die Optimisten unter den Wirtschaftsexperten einen nachhaltigen Wertverlust des Euro und die Rückkehr hoher Inflationsraten. Kritisiert wird insbesondere, dass  bei der Hilfsaktion zur Rettung des Euro alle Grundsätze einer stabilen Währung über Bord geworfen wurden.

Der Spiegel kommentierte am bereits 10. Mai 2010: „Und so opferten sie die Unabhängigkeit der europäischen Zentralbank (EZB) – und ebneten den Weg in die europäische Inflationsgemeinschaft. Künftig  soll die EZB im Notfall europäische Staatsanleihen aufkaufen. Das ist bislang nicht nur verboten, es widerspricht auch dem obersten Ziel der Zentralbank: den Geldwert stabil zu halten.“ Bis Ende 2012 hat sich diese Entwicklung weiter verschärft und gibt Anlass zu großer Sorge. Denn in Verbindung mit den äußerst niedrigen Zinsen, die man derzeit für sein Geld bekommt, bewirken bereits moderate Inflationsraten de facto die schleichende Entwertung des Vermögens vieler Sparer, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben und sich nun um ihre Ersparnisse sorgen müssen. 

Insofern lautet die entscheidende Frage, wer die Gewinner und wer die Verlierer dieser Geldentwertung sein werden. Als Verlierer sind an erster Stelle alle Besitzer von Geldwerten zu nennen. Zu diesen zählen beispielsweise Bar-,  Tages- und Festgeld sowie Rentenpapiere / Anleihen aller Emittenten. Und natürlich alle Sparverträge, die direkt oder indirekt in solche Anlageklassen investieren, also Banksparpläne, Bausparverträge und klassische Renten- / Lebensversicherungen. Auf der Gewinnerseite stehen die Eigentümer von Sachwerten wie Immobilien und auch Kreditnehmer, deren Schulden durch die Inflation ohne eigenes Zutun reduziert werden.

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